Deutsche LITERATUR

 

DAS BILD DER GESELLSCHAFT
IN THEODOR FONTANES ROMAN
“FRAU JENNY TREIBEL”

 

Als Thema fuer meine “Bachelor-Arbeit” habe ich mich fuer den Roman “Frau Jenny Treibel” von Theodor Fontane entschieden.

EINLEITUNG

Ich interessiere mich fuer dieses Thema, denn es handelt von einer Frau eines neureichen Spiessbuergertums: Jenny, die aus einer armen Familie stammt, heiratet einen reichen Fabrikanten, so dass sie in die wohlhabende Bourgeoisie aufrueckt. Sie vergisst sofort, woher sie frueher stammte. Sie verhaelt sich auch anders. Sie betrachtet alles unter dem Gesichtspunkt des Geldes. Man erkennt es besonders als sie gegen das Verhaeltnis ihres Sohnes mit einem armen Maedchen ist. Sie denkt, dass nur das Vermoegen wie das einzige Fundament fuer eine Ehe und fuer die Ehre in der Gesellschaft ist.

In diesem Roman kritisiert der Autor das Verhalten der Bourgeoisie, und deutet die Gegenueberstellung der Bourgeoisie und der buergerlichen Gelehrtenstube an. 1)

Diese Erzaehlung zeigt Theodor Fontanes eigenen Lebenskreis. Hier traegt Wilibald Schmidt die Zuege Theodor Fontanes, waehrend Frau Jenny und Corinna die Zuege seiner Schwester und seiner Tochter tragen. ²)

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  1. H.A. und E. Frenzel, Daten deutscher Dichtung, Band 2, dtv GmbH & Co.Kg, Muenchen 1953, Seite 456.
  2. Manfred Kluge und Rudolf Radler, Hauptwerke der deutschen Literatur, Kinder Verlag GmbH, Muenchen 1974, Seite 330.

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Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren. Sein Vater war Apotheker, der aus Suedfrankreich kam. 1832 besuchte er das Gymnasium in Neuruppin und 1833 besuchte er die Gewerbeschule in Berlin. Danach wurde er Apothekerlehrling und wurde im Jahre 1844 in Berlin Apotheker.

Am 16. Oktober 1850 heiratete er Emilie Rouanet-Kummer. 1852 ging er vom Apothekerladen zur Journalistik ueber, lebte als Berichterstatter lange in England und waehrend des Krieges 1870-1871 schrieb er Kriegsberichte.

Seine neue Romantechnik beeinflusste stark Thomas Mann. In allen seinen Werken aeusserte sich seine Gesellschaftskritik aus Berliner und maerkischer Umwelt (Adel und Buergertum), um Liebes- und Eheproblematik, Ehrbegriffe und soziale Fragen.

Der Roman “Frau Jenny Treibel” erschien im Jahre 1892. Neben den vielen Romanen hat Theodor Fontane auch Novellen geschrieben wie “Grete Minde” und “Ellernklipp”. Er ist am 20. September 1898 in Berlin gestorben. ³)

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³) Gero von Wilpert, Deutsches Dichter Lexikon, Alfred Kroener Verlag, Stuttgart 1963, Seite 188.
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KURZINHALT 

Jenny Buerstenbinder ist die Tochter eines Kolonialwarenhaendlers aus der Adlerstrasse. Nun steigt sie auf, als Frau Jenny Treible, eine reiche Fabrikantengattin in der Koepnicker Strasse.

Jenny hat zwei Soehne, Otto Treibel, der Helene geheiratet und eine Tochter hat, namens Lizzi, und Leopold Treibel, der noch ledig ist.

An einem sommerlichen Tag laedt Frau Jenny die Tochter ihres Jugendfreundes Professor Wilibald Schmidt, namens Corinna, zu einem Diner ein.

Am naechsten Abend kommt Corinna mit ihrem Vetter Marcell Wedderkopp zu Jennys Diner. Der Ehrengast des Abend ist Mr. Nelson, ein junger Englaender. Dort zeigt sich Corinna ganz anmutig, damit Mr. Nelson sie bewundert. Tatsaechlich aber will sie durch ihr Benehmen Leopold Treibel fuer sich einnehmen. Ihr Vetter Marcell beobachtet sie mit schmerzlicher Eifersucht, denn er liebt Corinna.

Auf dem Heimweg gibt sie Marcell zu verstehen, dass sie entschlossen ist, Leopold Treibel zu heiraten. Damit sie sich eine bessere gesellschaftliche Position erobern kann. Sie liebt Leopold aber nicht.

Auf einem Ausflug nach Halensee findet sich einige Tage spaeter die Gesellschaft wieder zusammen. Jenny, am Arm Wilibald Schmidts, erinnert sich gefuehlvoll an ihre vergangene Zeit und mit Traenen in den Augen beteuert sie, dass sie als Gattin eines Mannes, der in der Welt der Ideen steht, wahrscheinlich gluecklicher geworden waere. In diesem Moment vor Wilibald Schmidt wird Jenny so sentimental, wie sie frueher war. Als sie jung war, hatte sie einmal mit Wilibald Schmidt eine sentimentale und ganz stille Verlobung. Zu jener Zeit war Wilibald Schmidt noch nicht fertig mit seinem Studium, aber am Ende heiratete Jenny lieber den Kommerzienrat Treibel, denn Treibel hat eine bessere Stellung und ist reich.

In der gleichen Zeit unterhaelt sich Corinna mit Leopold, und bei derselben Gelegenheit verlobt sich Corinna mit Leopold.

Jenny ist sehr aufgeregt, als sie erfaehrt, dass ihr soh Leopold sich mit Corinna verlobt hat. Sie kommt zu Wilibald Schmidt und sagt, was am vorigen Abend vorgefallen sei. Corinna hat sich mit Leopold ohne ihr Wissen und ohne ihren Willen verlobt. Sie will diese Verlobung wieder aufloesen.

Jenny aergert sich sehr ueber Corinna. So entbrennt sogleich ein heftiger Streit zwischen Jenny und Corinna. Jenny ist gegen die Verbindung, weil Corinna nur ein einfaches Maedchen ist. Wenigstens kann sie nicht das Treibelsche Vermoegen verdoppeln, weil sie nicht aus einer reichen Familie stammt, sondern nur die Tochter eines armen Oberlehrers ist.

Nun moechte Jenny lieber, dass Hildegard Munk, die Schwester ihrer Schwiegertochter Helene, Leopolds Braut wird. Denn Hildegard stammt aus der reichen Familie eines wohlhabenden Hamburger Holzhaendlers.

Corinna ist tief enttaeuscht, weil Leopold nicht mehr zu ihr kommt. Marcell kommt weder zu Wilibald Schmidt noch zu Corinna. Deshalb schreibt Wilibald Marcell einen Brief und bittet ihn, ihn zu besuchen. Schliesslich kommt Marcell wieder in Wilibalds Hause.

Nach einer Unterhaltung zwischen Wilibald und Marcell, erwartet Wilibald, dass Marcell bald sein Schwiegersohn wird. Dann von Anfang an sagt er, dass nur Marcell Corinna haben solle, dass sie ganz vorzueglich zusammenpassten. Marcell ist Archaeologe und zukuenftiger Professor.

Am naechsten Morgen schreibt Marcell Corinna einen Brief, und bittet, sie zu treffen. Als Marcell am Abend wieder da ist, kommt ihm Corinna herzlich und freundlich entgegen. Nun will Corinna Marcell heiraten.

Auf der Hochzeit finden sich die beiden Familien Treibel und Schmidt wieder in alter Freundschaft vereint.


DAS THEMA

Das Bild der Gesellschaft” in Theodor Fontanes Roman ‘Frau Jenny Treibel’

  • Definition von ‘Gesellschaft’
  • Das Thema wird in drei Teile eingeteilt:A. Welche Gesellschaft wird gezeigt? – Die Mittelschicht: Die Bourgeoisie, die zur der Schicht des Besitzbuergertums gehoert, im Vergleich zu dem Bildungsbuergertum. die Bourgeoisie ist reich, waehrend der buergerliche Gelehrte arm ist.B. Repraesentanten dieser Gesellschaft. – Charakterisierung der Personen und ihre Gewohnheiten.C. Die Beziehungen der Personen zueinander.

Bevor das Thema dieser Arbeit behandelt wird, wird versucht, eine Definition der Gesellschaft zu geben. Diese Definition wird aus drei Buechern uebernommen.

Was ist “Gesellschaft”?

GESELLSCHAFT:

Nach Th. Geiger : “bedeutet ‘Gesellschaft’ allerart Zusammenscharungen und Verbindungen von Menschen, wohl auch (abstrakt) die Relation des Zusammensein.” 1)

Nach René Koenig : “bedeutet ‘Gesellschaft’ ein Kreis von Menschen, die zwar friedlich nebeneinander leben, aber nicht wesentlich verbunden, sondern wesentlich getrennt sind.” ²)

Nach “Der Neue Brockhaus Lexikon und Woerterbuch” bedeutet ‘Gesellschaft’ die Gesamtheit der zwischenmenschlichen Ordnungen und Gebilde; die Tatsache, dass der Mensch ueberall nur im Zusammenleben und -wirken mit Menschen anzutreffen ist und sass insbes. alle Kultur hieraus erwaechst. Die menschliche Gesellschaft zeigt jeder ihrer Entwicklungsstufen eine Mehrzahl von Formen und Ordnungen; der Mensch ist Mitglied mehreren Gruppen, die einander vielfach einschliessen oder ueberschneiden.” 3)

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  1. Th.Geiger, Gesellschaft: Ferdinand Enke, Handwoerterbuch der Soziologie, Union Druckerei GmbH Stuttgart 1931, Seite 202.
  2. René Koenig, Soziologie, Das Fischer Lexikon, Fischer Taschenbuch Verlag-Hamburg 1967, Seite 108.
  3. Der Neu Brockhaus Lexikon und Woerterbuch, Band 2, F.A. Brockhaus Wiesbaden 1968, Seite 362

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Eine Erklaerung fuer diese drei Definitionen:

Eine Gesellschaft bedeutet also ein Kreis von Menschen, in dem die Menschen gern zusammenleben. Dies heisst, dass alle Menschen Beziehungen zu den anderen haben.

Charlotte Buehler erklaert uns, dass kein Mensch isoliert lebt, sondern alle Menschen gesellig mit anderen leben. Man ist von Geburt an ein Mitglied einer Gesellschaft. Normalerweise wird man in eine Familie hineingeboren. Diese Tatsache bedeutet, dass man vom Beginn seines Lebens an sozial bedingt ist und von Anfang an zu einer Gruppe gehoert. 4)

Eine Gruppe ist eine Einheit von zwei oder mehr Individuen, die sich aufeinander regelmaessig beziehen. Also ist eine ‘Gruppe’ ein Kreis von Personen, der enger als eine ‘Gesellschaft’ ist.

Man kann die Gesellschaft in verschiedene Gruppen einteilen, und diese Gruppe kann Familie, Kirche, Gemeinde oder auch Jugend-, Freundschafts- und Arbeitsgruppe sein. Ausserdem unterscheidet man auch zwischen: 5)

  • Primaergruppen oder ‘face-to-face-groups’, die durchschnittlich 2 bis 50 Mitglieder haben, deren Mitglieder sich von Angesicht zu  Angesicht kenne. Das heisst:  Die Mitglieder kennen sich persoenlich, z.B.: Familie und Spielgruppe.
  • Sekundaergruppen, deren Mitglieder sich nicht notwendig persoenlich kennen, z.B.: Einwohnerschaft einer Stadt.

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4) Vergleiche: Charlotte Buehler, Psychologie im Leben unserer Zeit, C.A. Koch’s Verlag Nachf., Darmstadt 1968, Seite 312.

5) Vergleiche: Astrid S. Susanto, Pengantar Sosiologi dan Perubahan Sosial, Penerbit Binacipta, Bandung 1977, Seite 67.
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Die Menschen verbinden sich in der Gruppe, denn sie haben mit den anderen Menschen gemeinsame Interessen, die im Beruf oder in der Freizeit gefunden werden koennen.

Z.B.:  Ein Mann muss arbeiten, um Geld zu verdienen. Also gehoert er zu einer Arbeitsgruppe, in der er sich mit den anderen Mitgliedern bei seinen Taetigkeiten zusammenfindet. Aber er interessiert sich auch fuer Sport besonders fuer Fussball, also wird er Mitglied einer Sportgruppe, in der er sich mit den anderen Mitgliedern bei gemeinsamem Spiel, Training und Wettkampf zusammenfindet.

Hier kann man sehen, dass ein Mensch auch zu mehreren Gruppen gehoeren kann.

Die Menschen, wo immer sie in irgendeiner Gesellschaft leben, nehmen verschiedene soziale Positionen ein. Diese soziale Position kann Vater, Lehrer, Mitglied einer Sportgruppe, einer Jugendgruppe oder Einwohner einer Stadt sein.

Da die Menschen verschiedene Positionen haben, die angenehm oder unangenehm sein koennen, wird also die Gesellschaft geschichtet. 6)

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6) Vergleiche: Helmut Schoeck, Soziologisches Woerterbuch, Verlag Herder KG Freiburg im Breisgau 1969, Seite 288-289.
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Z.B.: Man vergleicht zwischen der Position eines Herrn und der Position eines Dieners. Diese beiden Positionen sind ganz anders, die Position des Herrn ist angenehmer als die Position des Dieners, denn in der Gesellschaft wird ein Herr immer mehr geachtet als ein Diener. Deswegen gehoeren die Beiden verschiedenen Schichten an. Der Herr gehoert der oberen Schicht, waehrend der Diener der unteren Schicht angehoert.

Heraus ist es klar, dass die Positionen einer Person deren Zugehoerigkeit zu einer bestimmten Schicht festlegen.

Die Schichtstruktur in einer Gesellschaft wird haeufig durch Beruf, Bildung und Einkommen festgestellt. 7)

Das heisst: Die Menschen, die aehnliche Positionen durch gleichen Beruf, gleiche Bildung und gleiches Einkommen haben, gehoeren zu der gleichen Schicht. Daraus folgt: Die Menschen einer Gesellschaft gehoeren zu verschiedenen Schichten.

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7) Heinrich Fisch, Sozialwissenschaften, Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt a.M. 1973, Seite 41.
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Nach Heinrich Fisch erkennen wir drei Schichten der Gesellschaft im 19. Jahrhundert in Deutschland:

  1. Oberschicht
    Leute, die der Oberschicht angehoeren, sind z.B.: Adel, Patrizier oder wohlhabender Buerger, Fernhandelskaufleute und Grundbesitzer usw., die finanziell von anderen ganz unabhaengig sind. Sie besitzen grosses und festes Kapital, das sie in ihr Unternehmen stecken und es selbstaendig fuehren. Sie beschaeftigen sich viel mit Handel und Industrie und spielen eine fuehrende Rolle in der Gesellschaft. Die Oberschicht hat eine besondere Lebensweise. Um an dieser Lebensweise teilnehmen zu koennen, ist es unbedingt erforderlich, grosses Vermoegen zu besitzen.

Zu jener Zeit verliessen in Deutschland sehr viele Adlige ihre Schloesser und bauten Fabriken, weil sie in der industriellen Arbeitswelt mehr Zukunft sahen als in ihrer aristokratischen Freizeit. Hier sehen wir, dass sie ihre Privilegien zu verlieren beginnen. Von der Herkunft bleibt der Adel noch in der Oberschicht, von den Finanzen oder vom Reichtum hergesehen kann er aber absteigen.

  • Mittelschicht
    Zu dieser Schicht gehoeren Leute wie Buerger einer Stadt, Kaufleute, Beamte, Handwerker und Landbesitzer, die meistens Besitz und Bildung besitzen. Beispielweise: Ein Leiter einer Fabrik, der das Unternehmen fuehrt, erhaelt Gehalt fuer seine Leistung. Das heisst: Er wird bezahlt. Also bedeutet das auch, dass er zwar das Unternehmen fuehrt, aber abhaengig vom Fabrikbesitzer ist.

 

Die Angehoerigen der Mittelschicht nennt man auch das Buergertum, das durch die Verbindung von ‘Besitz und Bildung’ gekennzeichnet ist. 8)

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8) Meyers Enzyklopaedisches Lexikon, Band 1, Bibliographisches Institut AG, Mannheim 1976, Seite 155.
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Also unterscheidet man innerhalb der Mittelschicht zwischen Besitzbuergertum und Bildungsbuergertum.

Zum Bildungsbuergertum zaehlen Leute, die zwar kein grosses Vermoegen aber eine gute Bildung besitzen, z.B.: Lehrer. Obwohl die Bildung ihnen keinen grossen Besitz an Geld bringt, koennen sie sich doch eine gute Position in der Gesellschaft schaffen. Denn jemand, der eine gute Bildung hat, erhaelt einen hochbewerteten und gutbezahlten Beruf, woraus sich wieder ein hohes gesellschaftliches Ansehen ergibt. Die meisten Bildungsbuerger koennen nicht viel Geld ausgeben, weil sie nicht reich sind. Ihre Lebensweise ist sehr mittelmaessig.

Leute, die zum Besitzbuergertum zaehlen, besitzen meistens Kapital eventuell eine Fabrik oder Grund und Boden, sie sind vermoegend. Z.B.: Haendler, Industrielle, Landbesitzer, die sich mit Handel und Industrie beschaeftigen.

Industrie und Handel haben einen maechtigen Aufschwung genommen, so dass diese Leute viel Geld verdienen und den ganzen Tag besser leben. Durch ihren grossen Besitz an Geld kann ihre Position in der Gesellschaft hoeher werden. Von der Position als Kaufleute werden sie dann zum Teil durch Vergroesserung ihres Geschaefts rasch reich gewordene Kaufherren sein und koennen sie die Adligen, die ihre Privilegien zu verlieren beginnen, gleichstellen; wenn es ganz gut geht, koennen sie sich sogar hoeher als die Adligen stellen. Denn jemand, der viel Geld hat, schafft sich eine hohe und gute Position in der Gesellschaft und hat meistens mehr Ehre, als der, der kein Geld hat.

Diese Meinung entspricht Polaks Meinung in seinem Buch “Sosiologi”, dass die Ehre eines Menschen an seinem Reichtum gemessen wird. 9)

Deswegen ist es moeglich fuer die Besitzbuerger, die ein grosses Vermoegen haben, in die hoehere Schicht, naemlich zur Oberschicht aufzusteigen. Diese zur Oberschicht aufsteigenden Besitzbuerger werden die Bourgeoisie genannt.  Im Franzoesischen ist die Bourgeoisie die Spitzengruppe des Buergertums.

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9) Vergleiche: Polak, Sosiologi, Penerbit P.T. Ichtiar Baru, Jakarta 1976, Seite 180.
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Nach ihrer Herkunft bleibt die Bourgeoisie bestaendig in der Mittelschicht, aber ihr Vermoegen und ihre gute Position in der Gesellschaft ermoeglichen ihr der Oberschicht anzugehoeren. So ist es zu verstehen, dass die Bourgeoisie zwei Seelen hat, die einerseits wie die eines Barons ist, anderseits noch wie die eines Buergers ist.

Sie bewegt sich zwischen einer alten Position in der Mittelschicht und einer neuen Position in der Oberschicht.  Sie versucht, den Gewohnheiten der Oberschicht zu folgen, kann aber ihre Gewohnheiten in der Mittelschicht nicht wirklich verlassen. Deshalb benimmt sich die Bourgeoisie ungewiss.

  • Unterschicht
    Angehoerige dieser Schicht sind die niederen Bediensteten, die fuer ihr Leben bei einer anderen Person nur gegen Lohn koerperlich arbeiten. Zum Beispiel:

 

a. Arbeiter in einer Fabrik. Sie sind ganz abhaengig von einer anderen Person, bei der sie arbeiten. Sie haben keinen besondere Ausbildung, deshalb ist ihr Arbeitslohn nur gering.

b. Diener. Sie sind ganz abhaenging von ihrem Hausherrn und fuehren alles aus, was ihnen ihr Hausherr befiehlt. Sie haben keine Ausbildung und empfangen dafuer einen niedrigen Lohn.

Man kann nun zusammenfassend sagen, dass sich die Menschen in ihrem ganzen Leben immer aufeinander beziehen und in der Gesellschaft zusammenleben. Trotzdem wird die Gesellschaft in verschiedene Gruppen und Schichten gegliedert, wo sich jeder Mensch vom anderen durch seine Position und seine Lebensweise unterscheidet.


 

Das Thema dieser Arbeit wird in drei Teile eingeteilt:

A. Welche Gesellschaft wird gezeigt?

B. Repraesentanten dieser Gesellschaft.

C. Die Beziehung der Personen zueinander.

 


 

A. Welche Gesellschaft wird gezeigt?

Der Roman “Frau Jenny Treibel” von Theodor Fontane wurde am Ende des 19. Jahrhunderts, naemlich im Jahre 1888, geschrieben. Er ist aus der Gesellschaft dieser Zeitepoche entstanden. Er zeigt uns die Menschen bzw. eine Gruppe der Oberschicht, die verschiedenen sozialen Positionen haben, besonders die grosses Vermoegen besitzen, und eine Gruppe der Mittelschicht, die statt des grossen Vermoegens eine gute Bildung besitzen.

Der reiche Kommerzienrat Treibel ist ein erfolgreicher Industrielle in Berlin. Er verdient sehr viel Geld und hat eine gute Position in der Gesellschaft, so dass sein Reichtum seiner Familie ein bequemes Leben ermoeglicht. Er wird von der Regierung der “Kommerzienrat” genannt. Das ist ein Ehrentitel fuer einen Grosskaufmann und Industriellen.

Zu jener Zeit geht die politische Macht von der aristokratischen Schicht, deren Mitglieder ihre Privilegien zu verlieren beginnen, auf das Buergertum ueber.

Der Kommerzienrat Treibel, der aus der Schicht des Buergertums, naemlich aus dem Besitzbuergertum ist, will wegen seines Reichtums und Titels als Mitglied einer Partei in das Parlament gewaehlt werden.

Wegen des Reichtums und der Politik steigt der Kommerzienrat Treibel zur Oberschicht auf, und auf diese Weise nennt man den Kommerzienrat Treibel der Bourgeois.

So ist es zu verstehen, dass der Kommerzienrat Treibel versucht, mit den Adligen immer gesellschaftlich zu verkehren, damit er als Mitglied der Oberschicht anerkannt wird. Nun beginnt er die Handlungen, das Verhalten und die Gewohnheiten des Adels nachzumachen.

Zum Beispiel: Er macht gern Ausfluege ausserhalb der Stadt und gibt Parties, an denen Politiker und Adlige gern teilnehmen und in denen seine Frau, Jenny gerne mit ihrer Kleidung prahlt.

Der Kommerzienrat Treibel versucht, seinen Reichtum zu zeigen, indem er oefter Party gibt. Er schaut immer nach der Oberschicht und moechte eine hohe Position in der Oberschicht gewinnen.

Bei seinen Parties fuehren er und die Gaeste Diskussionen ueber die Politik, den Handel und die Kunst. Inzwischen plaudern die Damen ueber Eheprobleme, die es besonders in der bekannten Familie der Oberschicht gibt, denn dies ist das Hauptthema der Damen.

Zu jener Zeit verkehren die Adligen, die ihre Privilegien zu verlieren beginnen, viel in den Reichen. Die Adligen versuchen, eine Schwiegertochter oder einen Schwiegersohn aus einer reichen Familie zu haben, damit das Vermoegen ihrer Familie vermehrt und das Prestige ihrer Familie in der Gesellschaft hoch bleiben kann.

Deswegen interessieren sich die meisten adligen Damen sehr fuer Parties, weil sie die Gelegenheit haben, sich so schoen wie moeglich anzukleiden und eine Schwiegertochter oder einen Schwiegersohn aus der reichen Familien zu finden.

Zu jener Zeit haben alle Reichen eine eigene Droschke mit einem Kutscher, denn wer eine Droschke besitzt, hat groesseres Ansehen. Der Kommerzienrat Treibel hat auch eine elegante Droschke, auf die er sehr stolz ist. Deswegen prunkt die Familie Treibel zu jeder Party in ihrer eigenen Droschke.

Von Tag zu Tag wird das Leben der Familie Treibel besser und sie geniesst ihre bequeme Freizeit. Sie hat viele Diener, die den Haushalt in der Treibelschen Villa fuehren, so dass sie zu Hause wie die Adligen bedient werden kann.

Fraeulein Wulsten ist die Erzieherin von Lizzi, Treibels Enkelin. Sie unterrichtet Lizzi zu Hause, denn Lizzi ist noch nicht alt genug, in die Schule zu gehen. Das ist auch eine der besonderen Gewohnheiten der Reichen, dass die Reichen unbedingt eine Erzieherin haben muessen.

In der Adlerstrasse wohnt auch eine mittellose Familie Schmidt, die aus der Schicht des Bildungsbuergertums ist. Dr. Wilibald Schmidt, Professor und Oberlehrer an einer hoeheren Maedchenschule bekommt den Titel von der Wissenschaft, weil er eine gute Bildung besitzt.

Er verdient genug Geld, man kann ihn aber nicht reich nennen.

Trotzdem hat Wilibald Schmidt auf Grund seiner Bildung eine gute Position in der Gesellschaft.

Wilibald Schmidt hat keine Droschke, denn sie kostet viel Geld. Zu jeder Party geht er immer zu Fuss. Obwohl er keine Droschke besitzt, respektiert man ihn doch wegen seiner Bildung.

Willibald Schmidt gibt nie Diners oder Parties, sonders er versammelt sich mit seinen Freunden, die meistens auch Professoren sind, zum Abendessen in seinem Haus. Bei seinem Abendessen fuehren er und seine Freunde lange gelehrte Debatten ueber die Wissenschaft. Er bemueht sich mit denselben Freunden um gegenseitiges Verstehen. Hier versucht er nicht auf die Oberschicht zu schauen, sondern er bleibt wie er ist. Er spricht mit seinen Freunden ueber das allgemeine Leben der  Wissenschaftler, was ihnen zu gegenseitigem Verstaendnis verhilft.

Wilibald Schmidt erzieht seine Tochter Corinna selbst, weil er nicht genug Geld hat, eine Erzieherin zu bezahlen. Er hat aber eine gute Dienerin, die mit aller Hausarbeit in seinem Haus betraut wird.

Seine Dienerin ist Frau Schmolke, die der Unterschicht angehoert und die zwar keine Ausbildung und keinen Besitz hat, aber noch ein freundliches Herz hat. Sie ist sehr bescheiden und ist der Meinung, dass der Mensch sein Leben nicht auf den Hass, sondern auf die Liebe stellen soll.

Ihr Mann, Schmolke, der schon gestorben ist, war frueher Polizist und ein anstaendiger Mann und auch ein ganz kluger Mann. Obwohl er keine gute Bildung hatte, belehrte er seine Frau, die Rosalie heißt, darueber, dass man im Leben herzlich und echt sein soll; man kann nicht nur nach dem Aeusseren urteilen, ob jemand ein echtes oder gutes Herz hat oder nicht. Diese Meinung kann man aus folgenden Zitaten sehen.

“Hoere, Rosalie, Bescheidenheit ist gut, und eine falsche Bescheidenheit (den die Bescheidenheit ist eigentlich immer falsch) ist immer noch besser als gar keine.” 1)

“Hoere, Rosalie, das lass gut sein, so was taeuscht, da kann man sich irren; die Duennen und die so schwach aussehn, die sind oft gar nich so schwach.” 2)

Man soll einen Menschen nicht nur wegen seines Reichtums achten, sondern auch seiner Bildung und seiner Persoenlichkeit wegen.

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1) Theodor Fontane, FRAU JENNY TREIBEL, Nymphenburger Verlagshandlung GmbH., Muenchen 1969, Seite 135.
2) Ibid., Seite 140.
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B. Repraesentanten dieser Gesellschaft

  1. Familie Treibel
    a. Der Kommerzienrat Treibel
    Der Kommerzienrat Treibel, ein Berliner ist ein kluger und reicher Industrieller. Er ist der Besitzer einer grossen Fabrik in der Koepnicker Strasse. Er ist tatkraeftig und versucht immer, dass seine Arbeit vorwaertsgeht. Frueher war er nicht so reicht wie jetzt. Er ist der Meinung, dass man mit Geld alles tun kann. Deshalb ist er auch  noch nicht zufrieden mit der Groesse seines Reichtums. Der Kommerzienrat Treibel, der aus der Schicht des Buergertums ist, will auch als Mitglied einer Partei in das Parlament gewaehlt werden.
    Er ist ehrgeizig. Nachdem er sehr reicht geworden ist, und eine gute Position in der Gesellschaft hat, moechte er noch durch die Politik eine hoehere Position gewinnen. Er will zu immer hoeherem Prestige in die Oberschicht aufsteigen. Das zeigt sich im folgenden Zitat:Ueberhaupt, Kommerzienrat, warum verirren Sie sich in die Politik? Was ist die Folge? Sie verderben sich Ihren guten Charakter, Ihre guten Sitten und Ihre gute Gesellschaft. Ich hoere, dass Sie fuer Teupitz-Zossen kandidieren wollen. Nun meinetwegen. Aber wozu? 3)Aber obwohl er einen solchen Charakter hat, ist seine Beziehung zu der Gesellschaft gut. Die Leute moegen ihn und sind der Meinung, dass er wie die anderen Leute ist. Obwohl er reicht ist, ist er aber nicht hochmuetig. Er erniedrigt niemanden, der der Mittelschicht oder Unterschicht angehoert. Er heiratet sogar Jenny, die nur die Tochter eines  Kolonialwarenhaendlers ist.
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    3) Ibid., Seite 31
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    Er ist auch ein guter Mann. Er liebt seine Familie. Wenn seine Frau eine falsche Meinung hat, versucht er sie zu beeinflussen, damit sie ihre Meinung aendert.
    b. Frau Jenny Treibel
    Jenny, eine Berlinerin, die Gattin eines reichen Fabrikbesitzer des Kommerzienrats Treibel, ist eine schoene und charmante Frau, die etwa fuenfzig Jahre alt ist.Frueher war sie arm. Sie kam aus einem kleinen Obstladen in der Adlerstrasse, wo sie jeden Tag ihrem Vater Apfelsinnen verkaufen half. Ihr Vater verdiente nur wenig Geld, deshalb konnte sie in ihrer Jugendzeit nicht viel Geld ausgeben. Sie ist sentimental, gefuehlvoll und mag gern Gedichte lesen und Lieder singen.Das zeigt sich im folgenden Zitat:…,  und in jenen Zeiten, wo sie noch drueben in ihres Vaters Laden, wenn der Alte gerade nicht hinsah, von den Traubenrosinen naschte, da war sie schon geradeso wie heut und deklamierte den ‘Taucher’ und den ‘Gang nach dem Eisenhammer’ und auch allerlei kleine Lieder, und wenn es recht was Ruehrendes war, so war ihr Auge schon damals immer in Traenen, …  4)
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    4) Ibid., Seite 80.
    _____________Durch die Heirat mit dem Kommerzienrat Treibel steigt Jenny aus einer mittelmaessigen Lebensweise zu der besonderen Lebensweise der Oberschicht auf. Nun ist sie eine reiche Frau, genauer gesagt, eine ‘Neureiche’.Nun hat Jenny mit vielen adligen Damen Umgang und weiss sehr gut, wie sie sich benehmen muss, damit sie ihren Mann in der Gesellschaft nicht beschaemt. So kann sie sich sogleich ihrer neuen Umgebung anpassen. Aber eigentlich fuehlt sie sich unsicher, weil sie aus einer armen Familie stammt und nur halbgebildet ist. Sie verhaelt sich auch anders.Sie verschwendet das Geld ihres Mannes fuer Kleidung und kostbaren Schmuck, denn sie will sich auf jeder Party reich und elegant praesentieren.Sie spricht viel ueber die Kunst, vor allem die poetischen und romantischen Dinge. Sie bildet sich ein, eine gebildete Kunstkennerin zu sein, die sich an den schoenen Dichtungen leidenschaftlich begeistert. Sie schwaermt fuer Vollkommenheit wie eine Idealistin, und tut so, als ob die materiellen Werte keine Bedeutung fuer sie haetten. Das erfaehrt man aus folgendem Zitat:Aber mir gilt die poetische Welt, und vor allem gelten mir auch die Formen, in denen das Poetische herkoemmlich seinen Ausdruck findet. Ihm allein verlohnt es sich zu leben. Alles ist nichtig; am nichtigsten aber ist das, wonach alle welt so begehrlich draengt: aesserlicher Besitz, Vermoegen, Gold. -Gold ist nur Chimaere-? da haben Sie den Ausspruch eines grossen Mannes und Kuenstlers, der seinen Gluecksguetern nach -ich spreche von Meyerbeer-, wohl in der Lage war zwischen dem Ewigen und Vergaenglichen unterscheiden zu koennen. Ich fuer meine Person verbleibe dem Ideal und werde nie darauf verzichten. Am reinsten aber hab ich das Ideal im Liede, vor allem in dem Liede, das gesungen wird. 5)
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    5) Ibid., Seite 30
    ________________In Wirklichkeit aber offenbart sie ihre materielle Gesinnung, als sie lieber den Kommerzienrat Treibel, der reicher als Wilibald Schmidt ist, heiratet. Und als es um die Heirat ihres Sohnes Leopold mit einem mittellosen Maedchen geht, denkt sie, dass dieses Maedchen von dem Vermoegen hergesehen in die reiche Familie Treibel gar nicht passt. So ist sie eigentlich hochmuetig und auch materialistisch.

    Sie richtet ihr Denken nur auf das Geld. Sie vergisst, dass sie selbst frueher einmal arm war. Geld uebt eine grosse Anziehungskraft auf sie aus. Sie betrachtet die materielle Sicherheit als das Wichtigste im Lebensglueck. Alles, was sie ueber Idealismus gesagt hat, ist nur Heuchelei.

    Willibald Schmidt kennt Jennys Charakter genau:

    Mag uebrigens alles schwanken und unsicher sein, eines steht fest: der Charakter meiner Freundin Jenny.  6)

    Es ist eine gefaehrliche Person, und um so gefaehrlicher, als sie’s selbst nicht recht weiss und sich aufrichtig einbildet, eini gefuehlvolles Herz und vor allem ein Herz -fuer das Hoehere- zu haben. Aber sie hat nur ein Herz fuer das Ponderable, fuer alles, was ins Gewicht faellt und Zins traegt, …. 7)
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    6) Ibid., Seite 81
    7) Ibid., Seite 81
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    Sie aendert oft ihre Meinung und ihren Sinn. Sie hat ein Talent, immer zwei Rollen zu spielen. In Nebensaechlichkeiten bleibt sie immer sentimental, aber in wichtiger Angelegenheiten zeigt sie, dass Geld der wichtigere Faktor in ihrem Leben ist, wichtiger als das Herz. Sie praesentiert sich sehr perfekt als der Typus einer Bourgeoisie, die immer ungewiss und etwas laecherlich ist. Wilibald Schmidt drueckt es ironisch folgendermassen aus:

    Nun ist das Pueppchen eine Kommerzienraetin und kann sich alles goennen, auch das Ideale, und sogar ‘unentwegt’. Ein Musterstueck von einer Bourgeoisie.  8)

    Als Ehefrau spielt sie die Rolle einer dominierten Frau. Sie bestimmt alle Dinge nur von ihrer Seite und tut alles, was sie tun will. Sie versucht immer ihren Willen auszufuehren. Wenn sie unrecht hat oder ihr Benehmen empoerend und ueberheblich ist, versucht der Kommerzienrat Treibel zwar seine Standpunkte seiner Frau klarzumachen, aber schliesslich siegt doch Jenny ueber ihn.

    Als er sich in den Fauteuil warf, brummte er vor sich hin: “Wenn sie am Ende doch recht haette!” 9)

    Als Mutter von zwei Soehnen spielt sie die Rolle einer maechtigen Mutter. Sie kontrolliert immer noch die Handlungen ihrer Soehne, besonders die Leopolds. Leopold ist noch nicht verheiratet. Als sie erfaehrt, dass Leopold sich mit Corinna gegen ihren Willen und gegen ihr Wissen verlobt hat, zeigt sie dann ihre Macht. Sie verbietet ihrem Sohn, Corinna wieder zu besuchen, damit sich das Liebesverhaeltnis automatisch aufloest.

    Hier zeigt der Autor Jenny als eine Person, die keine Sympathie verdient und eine laecherliche Neureiche ist.

    c. Leopold Treibel
    Leopold ist der juengste Sohn Frau Jenny Treibels. Er ist ein guter junger Mann, fuenfundzwanzig Jahre alt. Er geth den Weg seines Vaters als Geschaeftsmann und arbeitet im Geschaeft seines aelteren Bruders Otto Treibel. Er ist aber seinem Vater nicht aehnlich, denn er hat kein Vertrauen auf sich selbst. Er ist leicht zu fuehren und ist immer von anderen abhaengig.

    Er ist ein bisschen stumpf. Er hat grosse Furcht vor seiner Mutter. Er handelt gehorsam nach dem Willen seiner Mutter. Er weiss, dass seine Mutter ihn behandelt, als ob er noch ein Kind waere. Das will er nicht, aber er hat keinen Mut, seine Unzufriedenheit zu aeussern. Wie sich Leopold innerlich fuehlt, kann man aus diesem folgenden Zitat lesen:

    Und die gute Mama sollte wissen, dass ich dieser Kontrolle nicht bedarf, und sollte mir diesen meinen Freund Muetzell nicht so naiv zum Hueter bestellen. Aber sie muss immer die Faeden in der Hand haben, sie muss alles bestimmen, alles anordnen, und wenn ich eine baumwollene Jacke will, so muss es eine wollene sein.  10)
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    10) Ibid., Seite 99.
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    Leopold ist eine sentimentaler Mann. Er gebraucht mehr sein Gefuehl als seine Vernunft. Er liebt Corinna aufrichtig, aber er kann sie nicht heiraten, denn seine Mutter verbietet ihm, ein Liebesverhaeltnis mit Corinna zu haben. Statt einen Besuch bei Corinna zu machen, schreibt er lieber taeglich an Corinna einen Liebesbrief.

    Der Autor zeigt Leopold als einen schwachen und unbedeutenden jungen Mann, der keine bestaendige Meinung hat.

  2. Familie Schmidt
    a. Professor Wilibald Schmidt
    Wilibald Schmidt, ein Berliner ist ein unbemittelter Oberlehrer, der sechzig Jahre alt ist. Er ist ein guter, kluger und gelehrter Mann. Er ist aber selbstsuechtig und eigensinnig, wie seine Tochter ihn beurteilt:Aber freilich, Papa tut sich nicht gerne Zwang an, und seine Bequemlichkeit und seine Pfeife sind ihm lieber als ein junger Englaender, der vielleicht dreimal um die Welt gefahren ist. Papa ist gut, aber einseitig und eigensinnig. 11)Diese Meinung entspricht auch Marcells Meinung, als er sich mit ihm unterhaelt:Du hast es immer gut mit mir gemeint und wirst Corinna nicht mehr loben, als sie verdient. Auch schon aus Selbstsucht nicht, weil du sie gern im Hause behieltest. Und ein bisschen Egoist bist du ja wohl. Verzeih, ich meine nur so dann und wann und in einzelnen Stuecken …12)
    ___________________
    11) Ibid., Seite 12
    12) Ibid., Seite 178
    ___________________In seiner Jugend ist Wilibald Schmidt ein bisschen sentimental. Er dichtet gern und verbirgt seine Empfindung in seinem Gedicht, das er Jenny widmet. Er ist auch verstaendig. Obwohl er sich in Jenny verliebt, die ihn aber nicht heiraten will, weil er arm ist, bleibt er doch mit ihr befreundet. Das kann man an folgendem Zitat erkennen:…, das glaub ich sagen zu duerfen, andere Freundschaften gescheitert waeren; aber ich bin kein Uebelnehmer und Speilverderben, und in dem Liede, drin sich, wie du weisst, ‘die Herzen finden’ beilaeufig eine himmlische Trivialitaet und ganz wie geschaffen fuer Jenny Treibel, in dem Liede lebt unsre Freundschaft fort bis diesen Tag, ganz so, als sei nichts vorgefallen.  13)Willibald Schmidt ist ein einfacher Mann, der taktvoll ist. Er respektiert andere Menschen nach ihrer Persoenlichkeit. Er verachtet alles Aeusserliche, Besitz und Geld, besonders was nicht echt ist und kuenstlich gemacht ist.Seine Lebensweise ist sehr einfach. Er weiss, dass man Geld im Leben braucht, aber er denkt nicht daran, dass man das Lebensglueck nur durch Geld finden kann.Fuer mich persoenlich steht es fest, Natur ist Sittlichkeit und ueberhaupt die Hauptsache. Geld ist Unsinn, ……. 14)Er bleibt in seiner Gelehrtenwelt. Er moechte sich nicht so benehmen wie seine Freundin, Frau Jenny Treibel.
    ______________
    13) Ibid., Seite 81
    14) Ibid., Seite 191.
    ______________Dies kann man sehen, als er einen Spruch aus den Griechischen zitiert:“Werde, der du bist”, ….. 15)Das sagt er auch zu seiner Tochter, die gemeint hat, dass viel Geld sie gluecklich machen koennte. Am Ende aber kehrt seine Tochter in seine Gelehrtenwelt zurueck.

    Er ist immer freundlich. Auch zu seiner Dienerien, Frau Schmolke. Er zieht keine Grenze zwischen ihr und sich, und spricht oft mit ihr. Er betrachtet sie nicht als eine Dienerin, sondern als eine Kameradin. Das kann man durch die Dialoge zwischen seiner Tochter und Frau Schmolke erfahren:

    Die Schmolke: “Wie du nur redest, Corinna. Wie kann es mir denn sauer werden. Ich fuehre ja bloss die Wirtschaft und bin bloss eine Dienerin.”
    Corinna: “Ein Glueck, dass Papa das nicht hoert. Sie wissen doch, das kann er nicht leiden, dass Sie so von Dienerin reden, und er nennt es eine falsche Bescheidenheit …” 16)

    Als Vater liebt er seine Tochter Corinna sehr und ist auch stolz auf die Klugheit seiner Tochter. Trotzdem verwoehnt er sie nicht. Er laesst seine Tochter sich selbst helfen, damit sie selbstaendig sein kann. Also ist er eigentlich ein guter Erzieher.

    Der Autor zeigt Wilibald Schmidt als eine Person, die seine Sympathie bekommt.
    ___________________
    15) Ibid., Seite 182.
    16) Ibid., Seite 134-135.
    ___________________

    b. Corinna
    Corinna, ist die einzige Tochter von Wilibald Schmidt, die fuenfundzwanzig Jahre alt ist. Sie ist ein gutes Maedchen. Als sie noch ein Kind ist, stirbt ihre Mutter. Sie bekommt trotzdem muetterliche Fuersorge von ihrer guten Dienerin, Frau Schmolke, die sich immer um Corinna kuemmert.

    Corinna waechst in der Gelehrtenwelt ihres Vaters auf. Sie wird von ihrem Vater gut erzogen. Obwohl sie aeusserlich einfach aussieht, ist sie sehr gelehrt.

    Sie ist sehr bescheiden und freundlich. Sie hat ein gutes Verhaeltnis zu Frau Schmolke, der sie alles ueberlaesst und auf die sie sich verlaesst. Sie unterhaelt sich gern mit ihr. Auch gegen Marcell bleibt sie freundlich, obwohl sie ihn am Anfang nicht liebt, und Leopold heiraten will.

    Als Leopold spaeter nicht mehr zu ihr kommt, ist sie enttaeuscht. Aber es dauert auch nicht lange. Sie ist nicht sentimental und bedauert sich selbst nicht immer. Sie denkt realistisch. Als sie erkennt, dass Leopold wegen seiner Mutter sie nicht heiraten kann, heiratet sie Marcell, der sie liebt.

    c. Marcell Wedderkopp
    Marcell ist Corinnas Vetter. Er ist ein kluger und gelehrter junger Mann, der Archaeologe ist und spaeter Professor wird. Obwohl er nicht reicht ist, hat er auf Grund seiner Bildung eine gute Position in der Gesellschaft.

    Als Corinna ihm erzaehlt, dass sie Leopold nur wegen seiners Reichtums heiraten will, raet er ihr, dass man nicht wegen des Geldes heiraten soll. Man muss jemanden aus Liebe heiraten. Er versucht immer Corinna zu beschuetzen.

    Obwohl Corinna ihn enttaeuscht, will er sie spaeter heiraten. Marcell liebt Corinna aufrichtig, aber Corinna will Leopold, den Sohn einer reichen Familie Treibel heiraten. Diese Tatsache ist ihm sehr schmerzlich. Er gebraucht aber mehr seine Vernunft als sein Gefuhl. So kann man sagen, dass er unsentimental ist.

  3. Frau Schmolke
    Frau Schmolke ist Dienerin, die ungebildet ist und zur Unterschicht gehoert. Sie haengt in ihrer Lebenshaltung von der Familie Schmidt ab. Ihre Lebensweise ist sehr bescheiden.Sie ist freundlich und hat ein gutes Herz. Sie sorgt gut fuer Familie Schmidt, besonders fuer Corinna. Sie liebt Corinna, als ob Corinna ihr eigenes Kind waere. Sie ist der Meinung, dass man sich im Leben nicht hassen soll, sondern sich lieben soll.Obwohl sie ohne Ausbildung und ungebildet ist, ist sie aber mit menschlicher Vernunft begabt. Sie kann die Menschen, die herzlich sind und ein gutes Herz haben, erkennen.

 


 

C. Die Beziehung der Personen zueinander

  1. Jenny, der Kommerzienrat Treibel und Wilibald Schmidt
    In der Jugendzeit haben Jenny und Wilibald Schmidt eine heimliche Liebe und Verlobung. Zu jener Zeit ist Wilibald Schmidt noch Student und verliebt sich in Jenny, die aber ihn nur dazu benutzt, um sich an seinen Gedichten zu berauschen.Als eines Tages Wilibald Schmidt Jenny sein beruehmtes Gedicht widmet, drueckt Jenny ihm ihre Liebe aus, dass Wilibald Schmidt der einzige Mann sei, den sie liebe. Sie sagt:
    “Wilibald, einziger, das kommt von Gott.”  17)Aber als Wilibald Schmidt mit seinem Studium fertig ist und Jenny wirklich heiraten will, ist Jenny wieder anders zu Wilibald Schmidt und will ihn nicht heiraten. Sie denkt, dass sie das Lebensglueck nicht finden kann, wenn sie einen Mann wie Wilibald Schmidt, der arm ist, heiratet. Sie heiratet also lieber den Kommerzienrat Treibel, der reich ist.Ihr Mann, Kommerzienrat Treibel versteht nichts von Gedichten. Er zeigt grosses Interesse nur fuer die Politik, von der Jenny nichts versteht. In diesem Fall haben die beiden verschiedene Meinungen. Der Kommerzienrat Treibel ist unsentimental, wenn Jenny etwas empfindet, empfindet ihr Mann es nicht. Das kann man aus folgendem Zitat lesen:Treibel ist gut, besonders auch gegen mich; aber die Prosa lastet bleischwer auf ihm, und wenn er es nicht empfindet, ich empfindet es …. 18)
    ____________________
    17) Ibid., Seite 80
    18) Ibid., Seite 142
    ____________________Obwohl in diesem Fall Jenny und ihr Mann ungleiche Interessen haben, passen sie doch zueinander, denn die beiden richten ihr Denken auf das Geld. Sie sind der Meinung, dass Geld der wichtigste Faktor im Leben ist.
  2. Corinna, Leopold Treibel und Marcell Wedderkopp
    Von Kindesbeinen an spielt Corinna mit Marcell zusammen. Allmaehlich liebt Marcell Corinna, die aber Leopold heiraten will.Corinna will eine bessere gesellschaftliche Position erobern. Das ist nur moeglich, wenn sie sich mit einem reichen Mann verheiraten kann. Deswegen versucht sie einen reichen Fabrikantensohn, Leopold, zu heiraten. Durch ihre Klugheit bestrickt sie Leopold, der sentimental ist, indem sie ihm eine Hochzeitsgeschichte erzaehlt. In diesem Fall neigt Corinna mehr zu materiellen Gluecksgueter als zu der Liebe. Sie liebt Leopold nicht.Dagegen denkt Leopold, dass Corinna ein Maedchen ist, das ihm aus seiner elenden Abhaengigkeit von seiner maechtigen Mutter heraushelfen koennte. Wenn er Corinna Liebe bekaeme, haette er genug Kraft, um sich von seiner Mutter zu trennen.Leopold liebt Corinna und waehrend der Landparty nach Halensee verlobt sich Leopold mit Corinna. Seine Mutter loest aber diese Verlobung auf, denn sie will nicht eine mittellose Schwiegertochter aus der Schicht des Buergertums haben.Corinna will endlich Marcell heiraten. Sie passen auf Grund ihrer Herkunft aus der gleichen Schicht, naemlich dem Bildungsbuergertum, zusammen.

 

 


 

ZUSAMMENFASSUNG

Jenny, eine Fabrikantengattin, deren Eltern einen Materialwarenladen hatten, verhindert, dass ihr Sohn Leopold ein unbemitteltes Maedchen, Corinna, heiratet. Statt des unbemittelten Maedchens, waehlt sie als ihre Schwiegertochter ein Maedchen, das einer reichen Familie entstammt.

C0rinna und Leopold haben beide ein grosses Interesse an Geld. Sie sind aber getrennt durch ihre Zugehoerigkeit zu zwei verschiedenen Schichten des Buergertums und aufgrund ihrer verschiedenen Charaktere.

Leopold gehoert zu der Schicht des Besitzbuergertums, waehrend Corinna zu der Schicht des Bildungsbuergertums gehoert. Und Leopold, der sentimental und stumpf ist, passt nicht zu Corinna, die unsentimental und klug ist.

So heiratet Corinna spaeter Marcell und sie leben gluecklich zusammen. Die beiden passen aufgrund ihrer Herkunft zusammen. Sie gehoeren zu der gleichen Schicht, naemlich dem Bildungsbuergertum. Ausserdem sind ihre Charaktere fast gleich.

Leopold ist genau so sentimental wie seine Mutter. Beide gehoeren zu Menschen, die starkes Gefuehl haben, aber endlich doch nicht handeln, was ihr Gefuehl sagt. Jenny spricht viel ueber die romantischen Ereignisse, die sie mit Wilibald Schmidt erlebt hat. In Wirklichkeit aber leugnet sie ihr Gefuehl, indem sie den reichen Kommerzienrat Treibel heiratet.

Wilibald Schmidt, der zu der Schicht des Bildungsbuergertums gehoert, gebraucht mehr seine Vernunft als sein Gefuehl. Er benimmt sich, wie er ist. Er sagt, was er denkt. Er tut, was er sagt.

Waehrend Frau Schmolke, die zu der Unterschicht gehoert, sich so verhaelt, wie sie fuehlt. Was sie sagt, entspricht ihrem Gefuehl. Sie ist ehrlich. So hat Frau Schmolke ein freundlicheres Herz als Frau Jennys.

Theodor Fontane, der Autor dieses Romans moechte hier die bestimmte Schicht, naemlich die Bourgeoisie, kritisieren. Er zeigt auch, dass das Verhalten der Menschen, die zur Oberschicht gehoeren, nicht besser ist als das Verhalten der Menschen, die zur Mittelschhicht oder zur Unterschicht gehoeren. Er erklaert sogar, dass die Leute der Oberschicht hochmuetig und heuchlerisch sind. Sie sind immer noch unzufrieden trotz der Groesse ihres Reichtums und verlangen noch mehr, als sie haben.

Außerdem moechte der Autor auch den Charakter der Menschen kritisieren, naemlich den Charakter der Menschen, die sich nicht so benehmen, wie sie fuehlen, das heisst: sie sagen, was sie fuehlen, aber sie handeln nicht, wie sie sagen. Sie handeln gegen ihr Gefuehl.


RANGKUMAN

Dalam hasil karyanya yang berjudul “Frau Jenny Treibel”, Theodor Fontane melukiskan kehidupan masyarakat di Berlin pada abad ke 19, terutama masyarakat lapisan menengah yang setelah menjadi kaya-raya serta-merta mengikuti cara dan kebiasaan hidup masyarakat lapisan atas.

Pada waktu itu golongan pedagang banyak yang muncul menjadi pengusaha-pengusaha besar yang sangat kaya, sehingga mereka dapat menyamai bahkan melebihi kedudukan kaum bangsawan yang pada saat iut mulai kehilangan hak-hak istimewanya. Singkatnya mereka ini dinamakan kaum borjuis.

Seperti halnya dalam buku ini disebutkan seorang pemilik pabrik yang sangat kaya bernama Treibel yang dilahirkan dalam kalangan lapisan menengah, kemudian karena kekayaannya ia memperoleh kedudukan yang sangat baik dalam masyarakat dan mulai memasuki dunia pergaulan masyarakat lapisan atas.

Ia mulai meniru-niru gaya hidup dan kebiasaan-kebiasaan kaum bangsawan yang sering mengadakan pesta-pesta dan bertamasya ke luar kota. Ia berusaha pula mencari pergaulan sesering-mungkin dengan para bangsawan dan politikus, supaya ia dapat juga diakui sebagai anggota masyarakat lapisan atas.

Istri Treibel yang bernama Jenny berasal dari keluarga miskin, ayahnya adalah pemilik toko kelontong yang menjual barang-barang keperluan hidup sehari-hari. Dalam buku ini Jenny ditampilkan sebagai tokoh pelaku yang mewakili ciri khas seorang borjuis.  Istilah ‘borjuis’ berasal dari bahasa Perancis, yang berarti orang-orang bangsawan atau hartawan. Acapkali diartikan: seorang yang telah menjadi sangat kaya dan mempunyai kedudukan enak, kemudian lupa kepada sesamanya yang masih menderita. Kita pun mempunyai istilah populernya yaitu ‘Orang Kaya Baru’ atau OKB.

Tingkah laku Jenny sangat berlebih-lebihan, setelah ia menjadi istri Treibel dan lupa akan asal-usul dirinya yang pernah miskin. Ia menentang dengan gigih keinginan putranya yang bernama Leopold untuk menikah dengan seorang gadis miskin dari keluarga yang berpendidikan, yang bernama Corinna. Ia beranggapan bahwa kehormatan keluarganya akan tercemar bila mempunyai seorang menantu yang berasal dari keluarga miskin.

Corinna dan Leopold keduanya mempunyai minat dan kesenangan yang sama akan uang. Tetapi sifat mereka berdua sangat bertolak belakang. Corinna adalah seorang gaids yang cerdas, lincah dan tidak sentimentil. Sedangkan Leopold sebagai seorang laki-laki, ia agak dungu dan lamban, bahkan sangat sentimentil. Tali percintaan mereka akhirnya putus, karena mereka berasal dari lapisan masyarakat yang berbeda dan juga atas dasar perbedaan sifat mereka tadi.

Akhirnya Corinna menikah dengan saudara sepupunya yang bernama Marcell Wedderkopp. Marcell adalah seorang ahli purbakala dan berasal dari keluarga sederhana yang berpendidikan. ia pandai, berwibawa dan mencintai Corinna.

Corinna dan Marcell sangat cocok satu sama lainnya, selain karena keduanya berasal dari lapisan masyarakat yang sama, yaitu lapisan menengah yang berpendidikan, juga karena sifat-sifat mereka yang hampir sama.

Jenny dan Leopold keduanya mempunyai perasaan sentimentil yang sama kuatnya. Mereka termasuk sebagai orang yang cenderung banyak mengungkapkan perasaannya saja, tetapi akhirnya tidak bertindak atau berbuat sesuai seperti apa yang dinyatakan oleh perasaannya.

Jenny berbicara banyak tentang peristiwa-peristiwa romantis yang dialaminya bersama Wilibald Schmidt, kekasihnya semasa ia muda dulu, yang dikatakannya sebagai satu-satunya laki-laki yang dicintainya. Tetapi pada kenyataannya ia bertindak mengingkari perasaan dan perkataannya sendiri yaitu pada akhirnya ia menikah dengan Treibel yang kaya.

Wilibald Schmidt termasuk ke dalam masyarakat lapisan menengah yang berpendidikan. Ia bertindak dengan menggunakan lebih banyak akal pikirannya daripada perasaannya. ia bertingkah laku sewajarnya, seperti ada adanya saja. Ia bertindak sesuai seperti apa yang dikatakannya.

Disamping itu pelayan Wilibald Schmidt yang bernama Bu Schmolke termasuk ke dalam masyarakat lapisan bawah. Ia tidak berpendidikan dan menggantungkan kebutuhan hidupnya pada keluarga Wilibald Schmidt. Ia bertingkah laku dan bertindak spontan sebagaimana yang dirasakan perasaannya. Bu Schmolke memiliki hati yang lebih jujur daripada yang dimiliki Jenny.

Jadi pengarang ingin mengeritik masyarakat lapisan tertentu yaitu kaum borjuis. Ia memperlihatkan bahwa tingkah laku kaum borjuis yang mengikuti kebiasaan dan cara hidup masyarakat lapisan atas, tidak lebih baik daripada tingkah laku orang-orang dari masyarakat lapisan menengah atau masyarakat lapisan bawah. Malahan pengarang menunjukkan bahwa orang-orang dari kalangan lapisan atas mempunyai sifat yang tekebur dan munafik. Mereka suka berpura-pura dan bermuka-dua. Mereka selalu merasa tidak puas dengan kekayaan yang dimilikinya dan masih menuntut untuk memilik lebih banyak lagi.

Pengarang juga menekankan kritiknya terhadap watak manusia OKB yang dalam tindakannya selalu cenderung mengingkari perasaan dan perkataannya sendiri.


BIBLIOGRAPHIE

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